Psychotherapie
Suchterkrankungen in Wien 1160
Suchterkrankungen sind komplexe psychische Störungen, die durch das zwanghafte Verlangen nach bestimmten Substanzen oder Verhaltensweisen gekennzeichnet sind. Diese können das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen und sowohl körperliche als auch seelische Gesundheit stark belasten. Zu den häufigsten Formen gehören Abhängigkeiten von Alkohol, Drogen, Nikotin, aber auch Verhaltenssüchte wie Spielsucht oder Internetsucht.
Menschen, die an einer Suchterkrankung leiden, erleben oft einen Kontrollverlust über ihr Verhalten und sind nicht mehr in der Lage, den Konsum zu reduzieren oder zu beenden, obwohl sie sich der negativen Auswirkungen bewusst sind. Dies führt häufig zu einem Teufelskreis aus Scham, Schuld und weiterer Nutzung der Suchtmittel.
Durch meine Tätigkeit im Verein PASS (Multiprofessioneller Verein für Suchthilfe bei substanzorientierten Suchterkrankungen) habe ich große Erfahrung mit Menschen mit Suchterkrankungen. Mein Ansatz basiert auf einer Kombination aus Verhaltenstherapie und individuellen Strategien, um die zugrunde liegenden Auslöser und Muster zu erkennen und zu bearbeiten. Der Suchtkonsum ist meist nur die Spitze des Eisberges. Gemeinsam erarbeiten wir die Ursachen für die Sucht, die oft in der Vergangenheit liegen und stellen uns der Frage, was die Sucht heute noch aufrecht hält. Im Mittelpunkt steht dabei das Ziel, das Verlangen zu kontrollieren, den Alltag ohne die Suchtmittel zu meistern und langfristig ein gesundes, erfülltes Leben zu führen.
Es ist wichtig zu wissen, dass der Weg zur Überwindung einer Suchterkrankung zwar herausfordernd, aber möglich ist. Der erste Schritt zur Besserung beginnt damit, das Problem als solches anzuerkennen und sich für professionelle Hilfe zu entscheiden. In meiner Praxis schaffen wir gemeinsam einen sicheren Raum, in dem Sie Ihre Sorgen und Herausforderungen und etwaige Rückfälle sowie Zwischenfälle offen ansprechen können. Zusammen arbeiten wir daran, Ihre Lebensqualität zu verbessern und die Kontrolle über Ihr Leben zurückzugewinnen. Zögern Sie nicht, sich Unterstützung zu holen – jeder Schritt in Richtung Genesung zählt.
Gut zu wissen: Auch die Bezugspersonen von Suchtkranken sind oft ausgesprochen belastet und können von einer psychotherapeutischen Begleitung sehr profitieren.
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Suchterkrankungen
Wenn Konsum oder Verhalten außer Kontrolle geraten
Viele Menschen verbinden Suchterkrankungen zunächst mit Alkohol, Drogen oder Medikamenten. Abhängigkeit kann sich aber auch in bestimmten Verhaltensweisen zeigen – etwa im Umgang mit Glücksspiel, Internet, Arbeit, Essen oder anderen wiederkehrenden Mustern.
Entscheidend ist nicht nur, wie häufig etwas passiert, sondern wie stark es das Leben beeinflusst und ob es trotz negativer Folgen immer wieder fortgesetzt wird.
Eine Suchterkrankung entsteht meist nicht plötzlich. Oft entwickelt sich über längere Zeit ein Muster, das anfangs entlastend wirkt: Druck wird weniger spürbar, Gefühle werden gedämpft, innere Leere wird überdeckt oder der Alltag scheint für kurze Zeit leichter bewältigbar. Mit der Zeit kann daraus jedoch ein Kreislauf entstehen, aus dem Betroffene alleine nur schwer herausfinden.
Alkoholabhängigkeit:
Wenn Trinken zur Belastung wird
Alkohol ist gesellschaftlich stark verankert und dadurch oft lange unauffällig. Gerade deshalb ist es für Betroffene und Angehörige nicht immer leicht zu erkennen, wann aus gelegentlichem Trinken ein belastendes Muster geworden ist. Eine Alkoholabhängigkeit zeigt sich nicht nur an der Menge, sondern auch daran, welche Bedeutung Alkohol im Alltag einnimmt: zur Entspannung, zum Abschalten, gegen innere Unruhe, Einsamkeit, Stress oder unangenehme Gefühle.
Viele Betroffene versuchen über längere Zeit, ihren Konsum selbst zu kontrollieren oder zu reduzieren. Wenn das nicht dauerhaft gelingt, entstehen häufig Scham, Selbstvorwürfe oder das Gefühl, versagt zu haben. In der Psychotherapie geht es nicht um Verurteilung, sondern darum, die Funktion des Alkohols besser zu verstehen und neue Möglichkeiten im Umgang mit Belastung zu entwickeln.
Warnzeichen einer Alkoholabhängigkeit
Hinweise auf eine Alkoholabhängigkeit können sein, dass Alkohol immer häufiger zur Bewältigung von Stress, Anspannung oder Gefühlen eingesetzt wird, dass die Kontrolle über Menge oder Häufigkeit schwerfällt oder dass trotz negativer Folgen weitergetrunken wird. Auch heimliches Trinken, Rechtfertigungen, Konflikte mit Angehörigen oder der wiederholte Vorsatz, weniger zu trinken, können wichtige Zeichen sein.
Oft bemerken Betroffene selbst, dass Alkohol mehr Raum einnimmt, als ihnen lieb ist. Gleichzeitig kann der Gedanke an Veränderung Angst machen. In der Therapie kann gemeinsam betrachtet werden, wo Sie stehen, welche Risiken bestehen und welche nächsten Schritte realistisch und hilfreich sind.
Psychotherapie bei Alkoholabhängigkeit
Psychotherapie kann helfen, den eigenen Alkoholkonsum besser einzuordnen, Auslöser zu erkennen und Strategien für Veränderung zu entwickeln. Dabei können Themen wie Suchtdruck, Rückfallprophylaxe, Umgang mit Scham, Stressbewältigung und der Aufbau stabiler Routinen eine wichtige Rolle spielen.
Je nach Situation kann Psychotherapie Teil eines umfassenderen Behandlungsplans sein. Manchmal ist zusätzlich medizinische oder psychiatrische Unterstützung notwendig, etwa bei körperlicher Abhängigkeit oder Entzugssymptomen. Im Mittelpunkt steht ein respektvoller, klarer und individueller Weg zu mehr Stabilität, Selbstbestimmung und Lebensqualität.
Psychotherapie bei Suchterkrankungen in Wien
In der Psychotherapie geht es darum, die persönliche Funktion der Sucht besser zu verstehen. Was wird durch den Konsum oder das Verhalten kurzfristig erträglicher? Welche Gefühle, Konflikte oder Belastungen stehen möglicherweise dahinter? Und welche Situationen erhöhen das Risiko, wieder in alte Muster zu geraten?
Dabei steht nicht Verurteilung im Vordergrund, sondern ein genauer und respektvoller Blick auf das eigene Erleben. Viele Betroffene haben bereits versucht, ihr Verhalten zu kontrollieren oder zu verändern. Wenn das nicht dauerhaft gelingt, kann therapeutische Unterstützung helfen, neue Wege zu entwickeln und Rückfälle nicht als persönliches Scheitern, sondern als wichtigen Hinweis im Behandlungsprozess zu verstehen.
Abhängigkeit verstehen: mehr als fehlende Willenskraft
Suchterkrankungen haben nichts mit Schwäche oder mangelnder Disziplin zu tun. Sie entstehen aus einem Zusammenspiel von körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren. Stress, Einsamkeit, Überforderung, psychische Erkrankungen, traumatische Erfahrungen oder belastende Beziehungsmuster können eine Rolle spielen. Auch Gewohnheit, Verfügbarkeit und körperliche Abhängigkeit können den Kreislauf aufrechterhalten.
Gerade deshalb reicht es oft nicht, sich einfach vorzunehmen, „damit aufzuhören“. In der Therapie kann gemeinsam betrachtet werden, welche inneren und äußeren Bedingungen die Sucht verstärken. Daraus können konkrete Strategien entstehen, um mit Verlangen, Druck, Rückfällen und schwierigen Situationen anders umzugehen.
Rückfälle verstehen und vorbeugen
Rückfälle oder Zwischenfälle sind für viele Betroffene mit Scham, Enttäuschung oder Selbstvorwürfen verbunden. Häufig entsteht dann das Gefühl, wieder ganz am Anfang zu stehen. In der therapeutischen Arbeit kann es jedoch hilfreich sein, einen Rückfall genauer zu betrachten: Was ist davor passiert? Welche Warnzeichen gab es? Welche Gefühle oder Situationen waren besonders belastend?
Rückfallprophylaxe bedeutet, solche Muster frühzeitiger zu erkennen und konkrete Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Dazu können Notfallpläne, der Umgang mit Risikosituationen, das Erkennen von Auslösern und der Aufbau stabiler Routinen gehören. Ziel ist nicht Perfektion, sondern ein zunehmend bewussterer und sicherer Umgang mit schwierigen Phasen.
Verhaltenstherapie bei Sucht und Abhängigkeit
Verhaltenstherapie kann bei Suchterkrankungen besonders hilfreich sein, weil sie konkrete Zusammenhänge zwischen Auslösern, Gedanken, Gefühlen und Verhalten sichtbar macht. Gemeinsam kann erarbeitet werden, in welchen Momenten der Suchtdruck besonders stark wird und welche alternativen Strategien zur Verfügung stehen könnten.
Dabei geht es nicht nur um das Weglassen eines bestimmten Verhaltens oder Stoffes. Wichtig ist auch, was an seine Stelle treten kann. Welche Formen von Entlastung, Beziehung, Struktur oder Selbstfürsorge sind möglich? Welche Situationen brauchen Vorbereitung? Und wie kann der Alltag so gestaltet werden, dass Stabilität wahrscheinlicher wird?
Unterstützung für Angehörige
Suchterkrankungen betreffen häufig nicht nur die betroffene Person selbst, sondern auch ihr Umfeld. Angehörige erleben oft Sorge, Hilflosigkeit, Wut, Erschöpfung oder Schuldgefühle. Viele versuchen lange, zu unterstützen, zu kontrollieren, zu vermitteln oder Krisen abzufangen – und geraten dabei selbst an ihre Grenzen.
Beratung oder Psychotherapie kann auch für Angehörige entlastend sein. Sie bietet Raum, die eigene Situation ernst zu nehmen, Grenzen zu erkennen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Dabei geht es nicht darum, die Verantwortung für die Erkrankung zu übernehmen, sondern einen Umgang zu finden, der sowohl unterstützend als auch selbstschützend ist.
Einen neuen Umgang mit sich selbst finden
Eine Suchterkrankung kann das Selbstbild stark belasten. Viele Betroffene kennen Selbstvorwürfe, Scham oder das Gefühl, enttäuscht zu haben. Gleichzeitig braucht Veränderung meist genau das Gegenteil: einen möglichst klaren, ehrlichen und zugleich mitfühlenden Blick auf sich selbst.
In der Therapie kann es darum gehen, wieder mehr Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen, Grenzen und Werten zu finden. Was soll im Leben wieder mehr Raum bekommen? Welche Beziehungen, Aufgaben oder Ziele sind wichtig? Und welche Schritte sind im Moment realistisch? Veränderung beginnt oft nicht mit großen Vorsätzen, sondern mit kleinen, gut begleiteten Entscheidungen.
Häufige Fragen zu Suchterkrankungen
Wann spricht man von einer Suchterkrankung?
Von einer Suchterkrankung spricht man, wenn Konsum oder ein bestimmtes Verhalten zunehmend schwer kontrollierbar wird und trotz negativer Folgen fortgesetzt wird. Häufig nehmen Gedanken daran viel Raum ein, und der Alltag wird immer stärker davon beeinflusst.
Muss eine Suchterkrankung immer mit Alkohol oder Drogen zu tun haben?
Nein. Neben substanzgebundenen Abhängigkeiten wie Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit gibt es auch Verhaltenssüchte. Dazu können zum Beispiel Glücksspiel, Internetnutzung, Kaufen oder andere wiederkehrende Verhaltensmuster gehören.
Kann Psychotherapie bei Suchterkrankungen helfen?
Ja. Psychotherapie kann helfen, die Hintergründe der Sucht besser zu verstehen, Auslöser zu erkennen, mit Suchtdruck umzugehen und neue Strategien für den Alltag zu entwickeln. Je nach Situation kann sie Teil eines umfassenderen Behandlungsplans sein.
Was bedeutet Suchtdruck?
Suchtdruck beschreibt das starke Verlangen, zu konsumieren oder ein bestimmtes Verhalten auszuführen. Er kann durch Stress, Gefühle, Orte, Menschen, Erinnerungen oder körperliche Zustände ausgelöst werden. In der Therapie kann erlernt werden, mit diesem Druck anders umzugehen.
Ist ein Rückfall ein Zeichen, dass die Therapie nicht wirkt?
Nein. Rückfälle können Teil des Veränderungsprozesses sein und bedeuten nicht, dass alles verloren ist. Wichtig ist, sie nicht nur als Scheitern zu sehen, sondern daraus zu lernen: Welche Auslöser gab es, welche Warnzeichen wurden übersehen, und was kann beim nächsten Mal helfen?
Muss ich vor einer Therapie bereits abstinent sein?
Nein, eine bestehende Abstinenz ist keine Voraussetzung für den Beginn einer Therapie. Wichtig ist jedoch, dass Sie während der Therapiestunde ausreichend aufnahme- und arbeitsfähig sind.
Wenn der Konsum so stark ist, dass Konzentration, Gesprächsfähigkeit oder therapeutische Arbeit deutlich beeinträchtigt sind, ist eine sinnvolle Therapiesitzung nicht möglich.
In der Therapie kann zunächst an Motivation, Stabilisierung, Risikosituationen und nächsten Schritten gearbeitet werden. Das kann im Erstgespräch geklärt werden.
Wie können Angehörige mit einer Suchterkrankung umgehen?
Angehörige können unterstützen, geraten aber oft selbst unter großen Druck. Wichtig ist, die eigene Belastung ernst zu nehmen, Grenzen zu erkennen und sich Hilfe zu holen. Beratung kann helfen, nicht in Kontrolle, Schuldgefühle oder Überforderung zu geraten.
Was ist Rückfallprophylaxe?
Rückfallprophylaxe bedeutet, persönliche Risikosituationen, Auslöser und Frühwarnzeichen zu erkennen und konkrete Strategien für schwierige Momente zu entwickeln. Ziel ist, Rückfälle möglichst zu verhindern oder schneller wieder Stabilität zu finden.